Erasmus in Florenz

Italien

Wiege der Renaissance — eine fußläufige Stadt im menschlichen Maßstab mit historischer Universität, Kunsthochschulen und toskanischem Charme.

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Über die Stadt

Florenz ist die Renaissance unter freiem Himmel: Duomo, Uffizien, Ponte Vecchio — alles in einem UNESCO-Weltkulturerbe-Zentrum, das man in 25 Minuten zu Fuß durchquert. Mit rund 360.000 Einwohnern bleibt die Stadt überschaubar, beherbergt aber Zehntausende Studierende rund um die Università degli Studi di Firenze (UniFi) und ein dichtes Netz aus Kunsthochschulen und US-Programmen (SACI, NYU Florence, Syracuse Florence).

Akademisch deckt UniFi alle Fachrichtungen über mehrere Campus ab: Altstadt für Geistes- und Rechtswissenschaften, Novoli für Wirtschaft, Sesto Fiorentino für Naturwissenschaften, Careggi für Medizin. Die Erasmus-Szene ist groß, international und sehr englischfreundlich, vor allem in den historischen Vierteln.

Die Lage ist außergewöhnlich: Der Arno fließt mitten durch die Stadt, die toskanischen Hügel (Fiesole, Piazzale Michelangelo) bieten unvergessliche Sonnenuntergänge und Pisa, Siena oder Bologna sind in unter einer Stunde mit dem Zug erreichbar. Budget: rund 900 €/Monat all-in — mehr als Bologna oder Neapel, aber deutlich weniger als Mailand oder Rom.

Lebenshaltungskosten

Miete in der WG

400–650 €/Monat

Monatliches Gesamtbudget

900 €/Monat

Mahlzeit im Restaurant

13 €

Monatsticket

50 €/Monat

Wohnen

Der Wohnungsmarkt in Florenz ist angespannt: Tourismusdruck (Airbnb) und hohe Studierendennachfrage treiben die Preise und verkürzen die Vorlaufzeiten. Mit der Suche sollte man zwei bis drei Monate vorher starten, idealerweise direkt nach der Erasmus-Nominierung. Ein WG-Zimmer kostet zwischen 400 € und 650 €/Monat, in der Altstadt teils mehr.

Wichtigste Plattformen: Idealista.it, Spotahome, HousingAnywhere, Erasmus Play und Aparto für moderne Studierendenresidenzen. UniFi bietet keine Studierendenwohnheime für Erasmus an — alles läuft über den privaten Markt. Vorsicht bei zu schönen Angeboten, Vermietern, die vor jeder Besichtigung eine Überweisung verlangen, oder bei Fake-Facebook-Konten: Betrug ist verbreitet.

Empfehlenswerte Viertel:

  • Santa Croce: ultra-zentral, Nachtleben, Bars und Restaurants — teuer und laut.
  • San Lorenzo / Mercato Centrale: zentral, lebhaft, praktisch für Kurse im Zentrum.
  • San Frediano / Oltrarno: jenseits des Arno, bohemisch und handwerklich, noch bezahlbar.
  • Campo di Marte: studentisches Viertel am Stadion, gut angebunden, günstiger.
  • Novoli: außerhalb, aber ideal für Wirtschaftsstudierende (UniFi-Campus vor Ort).

Verkehr

Florenz hat keine U-Bahn, aber die Stadt ist so kompakt, dass man in der Altstadt (UNESCO) fast alles zu Fuß erledigt. Für längere Wege kombiniert das Netz die Busse von Autolinee Toscane (ex-ATAF) und die Tramvia (Linien T1 und T2), die das Zentrum mit Scandicci, dem Krankenhaus Careggi und dem Flughafen Amerigo Vespucci in 20 Minuten verbindet.

Die ermäßigte Studierenden-Monatskarte (agevolato) kostet rund 50 €/Monat (an den ISEEU geknüpft, den italienischen Einkommensindikator); ohne Ermäßigung sind es etwa 35 € im Monat oder 200 € pro Jahr. Einzelfahrscheine kosten 1,70 € (1,50 € in der at-bus-App). Nicht vergessen, sie beim Einsteigen zu entwerten.

Für die Region bietet Trenitalia günstige Direktverbindungen nach Pisa, Siena, Lucca oder Arezzo (5-10 €). In der Stadt ergänzen die Bike-Sharing-Dienste Mobike und Ridemovi das Angebot — praktisch, um den Arno zu queren oder Novoli zu erreichen.

Studi-Leben

Das studentische Leben dreht sich um ESN Firenze, sehr aktiv mit Ausflügen, Reisen, Welcome-Partys und Sprachtandems. Tägliches Ritual: der Aperitivo am Abend, rund 8-12 € für ein Getränk mit Buffet, besonders in Santa Croce, San Frediano und entlang des Arno. Zum Sonnenuntergang strömt alles zum Piazzale Michelangelo für den Blick über die Stadt.

Kulturtipp: am ersten Sonntag im Monat sind die staatlichen Museen kostenlos zugänglich — Uffizien, Accademia (der David), Palazzo Pitti. Den kostenlosen Online-Slot unbedingt mehrere Wochen vorher reservieren, er ist schnell weg. Viele Museen bieten zudem reduzierte Tarife mit dem UniFi-Ausweis.

Kulinarisch nicht verpassen:

  • die schiacciata fiorentina (gefülltes Fladenbrot, ideal für die Mittagspause)
  • das panino al lampredotto (typisches Kuttelsandwich, ca. 5 €)
  • die bistecca alla fiorentina (toskanisches T-Bone-Steak, zum Teilen, 40-50 € pro Stück)

Am Wochenende bieten sich Pisa (~1 h Zug, 10 €), Siena, Bologna oder die Cinque Terre als Ausflugsziele an.

Behördengänge

Erster Schritt für alle: den codice fiscale (italienische Steuernummer) beantragen, kostenlos und unverzichtbar für Mietvertrag, Bankkonto oder Mobilfunkvertrag. Erhältlich bei der Agenzia delle Entrate mit Termin, mit Reisepass oder Personalausweis.

Nicht-EU-Studierende müssen den permesso di soggiorno innerhalb von 8 Tagen nach Ankunft beantragen: Man holt das Kit Giallo in einer autorisierten Poste Italiane-Filiale, schickt es ausgefüllt zurück und wartet auf den Questura-Termin für die Fingerabdrücke. EU-Studierende sind über die EHIC krankenversichert; bei einem Aufenthalt über 6 Monate empfiehlt sich die italienische Tessera Sanitaria. Die residenza (offizielle Wohnsitzanmeldung) ist für kurze Erasmus-Aufenthalte meist nicht nötig.

Beim Bankkonto reichen N26 und Revolut für die meisten. Wer eine italienische IBAN braucht (manche Vermieter verlangen sie), bekommt mit Intesa Sanpaolo XME Conto ein kostenloses Studierendenkonto bis 30.

Lokale Sprache

Die Alltagssprache ist Italienisch, und die gute Nachricht: Der toskanische Dialekt gilt als Basis des Standarditalienischen. Italienisch in Florenz lernen heißt also, es in seiner reinsten Form zu lernen — ein echter Vorteil, wenn man schnell vorankommen möchte.

Akademisch werden viele UniFi-Studiengänge in Ingenieurwesen, Wirtschaft und Business komplett auf Englisch angeboten, und die US-Programme (SACI, NYU, Syracuse) laufen auf Englisch. Zum Italienischlernen vor Ort:

  • Centro Linguistico di Ateneo (CLA): kostenlose oder günstige Kurse für UniFi-Studierende.
  • Scuola Leonardo da Vinci Firenze: historische Referenz, kostenpflichtig, aber sehr angesehen.
  • Istituto Europeo und Scuola Toscana: solide private Alternativen.

Zum kostenlosen Üben sind die ESN-Sprachtandems und die Tandem-Café-Abende in den zentralen Bars perfekt, um Italiener:innen zu treffen und ohne Druck Fortschritte zu machen.

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Quellen : https://erasmusplay.com/en/firenze.html,https://erasmusu.com/en/student-housing/florence,https://www.at-bus.it/en/ticket/suburban-passes/annual-student-pass,https://www.unifi.it/en/study-us/university-life/campuses-and-transportation/local-public-transportation,https://gradright.com/cost-of-living-in-italy-for-students-realistic-budget-guide/