Erasmus in Toulouse

Frankreich

Die Rosa Stadt, Frankreichs Hauptstadt der Luft- und Raumfahrt, 130.000 Studierende, rote Ziegel und mediterrane Sonne am Fuße der Pyrenäen.

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Über die Stadt

Toulouse, wegen des warmen Farbtons seiner Ziegelbauten «La Ville Rose» (die Rosa Stadt) genannt, ist die viertgrößte Stadt Frankreichs und einer der dynamischsten Studierendenstandorte des Landes. Mit rund 130.000 Studierenden belegt sie nach Paris und Lyon Platz 3 unter den französischen Universitätsstädten. Die Stadt atmet Jugend, Innovation und eine tief verwurzelte südländische Lebenskunst.

Das akademische Angebot ist herausragend: Université Toulouse Capitole (UT1) für Recht und Wirtschaft, Université Toulouse Jean Jaurès (UT2) für Geistes- und Sozialwissenschaften, Université Toulouse III - Paul Sabatier (UT3) für Natur- und Gesundheitswissenschaften, INP Toulouse (Ingenieurwesen), TBS Education (renommierte Wirtschaftshochschule) und die prestigeträchtige ISAE-SUPAERO, die zu den weltweit besten Hochschulen für Luft- und Raumfahrt zählt. Toulouse beheimatet zudem Airbus, Thales Alenia Space und das CNES, was sie zur europäischen Hauptstadt der Luft- und Raumfahrt macht.

Bei der Lebensqualität verbindet Toulouse ein mediterranes Klima (250 Sonnentage pro Jahr), eine lebendige okzitanische Kultur, Spaziergänge an den Ufern der Garonne und schnellen Zugang zur Natur: die Pyrenäen sind in 1h30 erreichbar (Skifahren in Saint-Lary, Wandern, Spanien), das Mittelmeer in 2h und Barcelona ist nur 4 Stunden mit dem Zug entfernt. Eine perfekte Balance zwischen Stadtleben und Natur.

Lebenshaltungskosten

Miete in der WG

400–600 €/Monat

Monatliches Gesamtbudget

850 €/Monat

Mahlzeit im Restaurant

12 €

Monatsticket

13 €/Monat

Wohnen

Der Wohnungsmarkt in Toulouse ist erschwinglich für eine französische Großstadt: Rechne mit 400 bis 600 €/Monat für ein Zimmer in einer WG und 500-700 € für ein Studio. Das ist deutlich günstiger als in Paris, Bordeaux oder Lyon und macht Toulouse zu einem sehr zugänglichen Erasmus-Ziel.

Die wichtigsten Optionen für die Wohnungssuche: das CROUS Toulouse (Vorrang für Erasmus-Studierende, Mieten zwischen 200 und 400 € — bewirb dich aber so früh wie möglich), private Studentenwohnheime (Studéa, Nemea, Cardinal Campus, Suitétudes), die Cité internationale universitaire sowie der private Markt über Leboncoin, PAP, Studapart und Erasmus Play. Auch die Facebook-Gruppen „Colocation Toulouse Étudiants" sind ein Muss. Internationale Studierende haben Anspruch auf den APL-Wohngeldzuschuss der CAF, der die Miete um 100 bis 200 €/Monat reduzieren kann.

Empfehlenswerte Viertel: Carmes / Saint-Étienne (zentrales Studierendenherz), Capitole (historisch, aber teuer), Saint-Pierre (jung und lebendig an der Garonne), Saint-Cyprien (linkes Ufer, günstiger und bohème), Rangueil (nahe dem UT3-Campus im Süden), Compans-Caffarelli (ideal für TBS) und Le Mirail (UT2-Campus am Stadtrand, sehr niedrige Mieten, aber weiter entfernt).

Verkehr

Das Netz Tisséo deckt den gesamten Großraum ab: 2 Metrolinien (A und B) mit einer für 2028 geplanten Linie C, 2 Straßenbahnlinien (T1 und T2), ein dichtes Busnetz und Flughafenshuttles. Die Metro fährt von 5:15 Uhr bis Mitternacht, und bis 3:00 Uhr freitags und samstags — praktisch, um nach einer Partynacht heimzukommen.

Das Pastel-Jahresticket für 4-25-Jährige kostet etwa 150 €/Jahr, also ~13 €/Monat — eines der besten Angebote Europas für junge Menschen, im Vergleich zu 50 €/Monat für Erwachsene. Kaufe es direkt nach deiner Ankunft in einer Tisséo-Agentur (Marengo, Jean Jaurès, Basso Cambo). Fürs Radfahren bietet VélôToulouse (öffentliches Bikesharing) ein Studierenden-Abo für 25 €/Jahr mit den ersten 30 Minuten gratis pro Fahrt.

Der Flughafen Toulouse-Blagnac (TLS) ist über die Straßenbahnlinie T2 (~30 min, im Pastel-Abo enthalten) oder den Flughafenshuttle (8 €, schneller) mit dem Stadtzentrum verbunden. Zahlreiche Low-Cost-Flüge bedienen Europa (Ryanair, EasyJet, Vueling, Volotea).

Studi-Leben

Das studentische Leben in Toulouse ist pulsierend. ESN Toulouse ist eine der aktivsten Sektionen Frankreichs, mit Untergruppen an jeder Fakultät und Hochschule, die wöchentlich Partys, Reisen, Sprachtandems und interkulturelle Events organisieren. Der einfachste Weg, schon vom ersten Tag an andere Erasmus-Studierende kennenzulernen.

Zum Ausgehen: die Place Saint-Pierre ist das studentische Hauptquartier für Drinks an der Garonne (günstige Biere, garantierte Atmosphäre jeden Abend), die rue Gabriel Péri bündelt die angesagten Bars und der Capitole-Platz beherbergt Open-Air-Konzerte und Veranstaltungen. Zum Tanzen ist das Le Bikini legendär (Rock, Elektronik, große internationale Konzerte), und das L'Usine à musique bietet eine alternative Szene. Kulinarisch dürfen Cassoulet, Magret de canard (Entenbrust), Foie gras (aus dem benachbarten Gers) und die berühmten Veilchenbonbons aus Toulouse nicht fehlen. Rugby ist hier eine echte Religion: ein Spiel des Stade Toulousain (mehrfacher Top-14- und Europameister) im Stadium ist ein Pflichterlebnis.

Für Wochenendausflüge liegt Toulouse perfekt: Carcassonne (mittelalterliche UNESCO-Stadt, 1h mit dem Zug), Albi (UNESCO, 1h), die Pyrenäen zum Skifahren im Winter (1h30), Lourdes, Andorra (3h, Duty-Free), Barcelona (4h direkt mit dem TGV) und das Mittelmeer (Strände von Narbonne, Sète, 2h).

Behördengänge

Die administrativen Schritte sind in Frankreich ziemlich standardisiert. Wenn du länger als 3 Monate bleibst und eine Wohnung mietest, kannst du den APL-Wohngeldzuschuss bei der CAF (Caisse d'Allocations Familiales) beantragen — der Antrag erfolgt online auf caf.fr und erfordert eine französische Bankverbindung (RIB), also beginne mit der Eröffnung eines Bankkontos (BNP, Société Générale oder Onlinebanken wie Boursorama, Revolut, N26 werden akzeptiert).

Für die Gesundheitsversorgung melde dich direkt nach deiner Ankunft bei der studentischen Sozialversicherung über etudiant-etranger.ameli.fr an. Für Erasmus-Studierende ist sie kostenlos und unverzichtbar, um Arztkosten erstattet zu bekommen. Eine zusätzliche Krankenversicherung (LMDE, Heyme) kann sich für besseren Versicherungsschutz lohnen.

Nicht-EU-Studierende müssen innerhalb der ersten 3 Monate nach Ankunft das OFII (Französisches Amt für Einwanderung und Integration) aufsuchen, um ihr Langzeitvisum validieren zu lassen. Die Toulouser Filiale befindet sich in der Nähe der Metrostation Compans-Caffarelli.

Lokale Sprache

Französisch ist die wichtigste Unterrichtssprache in den meisten Studiengängen. Englisch wird jedoch an mehreren Hochschulen gut beherrscht: ISAE-SUPAERO bietet komplett englischsprachige Tracks, TBS Education ist eine zweisprachige internationale Business School, und die Toulouse School of Economics (TSE) führt zahlreiche Masterprogramme auf Englisch durch.

Okzitanisch, die historische Regionalsprache, ist in der zweisprachigen Beschilderung (Straßennamen, Metrostationen) sichtbar, wird aber im Alltag kaum gesprochen. Ein nettes kulturelles Detail, das einem beim Schlendern auffällt.

Um Französisch zu lernen oder zu verbessern, sind die besten Optionen das DEFLE (Abteilung für Französisch als Fremdsprache) der Université Toulouse Jean Jaurès, das Institut Catholique de Toulouse und die Alliance Française Toulouse. ESN Toulouse organisiert außerdem kostenlose wöchentliche Konversationsrunden und Sprachtandems — perfekt, um in informeller Umgebung zu üben.

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Quellen : https://erasmusplay.com/en/toulouse.html,https://www.univ-tlse3.fr/accomodation-and-eating-on-campus/accomodation-for-foreign-students,https://erasmusu.com/en/student-housing/toulouse,https://en.univ-toulouse.fr/accomodation,https://tsm-education.fr/en/student-life/coming-to-toulouse/accomodation,https://www.studapart.com/en/student-accommodation-toulouse